Link verschicken   Drucken
 

Drei Malerfreunde von der Oberen Donau

26.11.2018 bis 17.02.2019

Im Begleitprogramm der bis 17. Februar 2019 jeweils von Freitag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr zu sehenden Ausstellung werden an den Sonntagen, 2. Dezember 2018 und 3. Februar 2019, jeweils um 15 Uhr Sonderführungen angeboten. Am Sonntag, 27. Januar 2019, 15 Uhr, wird im zur Kreisgalerie benachbarten oberen Turmzimmer des Schlosses unter dem Motto „Kunstfreude durch Kunstfreunde“ eine Ausstellung mit Arbeiten von Kindern eröffnet, die sich unter der Leitung von Carola Riester von den Werken der drei Malerfreunde anregen ließen. Die Kinder-Arbeiten sind in der Folge bis 17. Februar 2019 parallel zu den Öffnungszeiten der Kreisgalerie zu sehen.

 

Von der Oberen Donau an die Kunstakademie Stuttgart

 

Der älteste der drei Künstler, der 1881 in Mengen geborene Gottfried Graf, tritt zunächst in den Postdienst ein. Parallel dazu beginnt er an der Stuttgarter Akademie zu studieren, um Zeichenlehrer zu werden. Albert Mueller wird 1884 in Schwandorf geboren. Er lebt nur für kurze Zeit an der Oberen Donau, bereits 1896 zieht die Familie nach Freiburg. Nach einem Philologiestudium in Freiburg wechselt er 1908 an die Kunstakademie zunächst in München und 1913 dann in Stuttgart. Dort studiert seit 1905 nach einer vorausgegangenen Lithografenlehre auch der jüngste der drei Künstler, der 1887 in Mühlheim an der Donau in eine Handwerkerfamilie geborene Josef Alfons Wirth.

 

Der Kontakt untereinander geht auf den Unterricht bei Christian Landenberger an der Stuttgarter Kunstakademie zurück. Wirth tritt 1907, Graf 1910 und Mueller 1913 in die Malklasse des schwäbischen Impressionisten ein. Bevor Graf sein Studium bei Landenberger beginnt, unternimmt er gemeinsam mit Wirth eine mehrmonatige Studienreise nach Italien. Graf entscheidet sich danach für die freie Malerei, bei Wirth steht der Mensch im Zentrum seines Schaffens. In seinen letzten Werken nähert er sich der Lehre Adolf Hölzels an, obwohl er nicht bei ihm studiert. Graf entdeckt hingegen das Werk von Paul Cézanne für sich, auf dessen Spuren er durch Frankreich reist. Dort schließt er Freundschaft mit dem kubistischen Maler Albert Gleizes. Während des Ersten Weltkriegs trennen sich die Wege der Künstlerfreunde: Wirth wird eingezogen und fällt im September 1916 in Frankreich. Graf und Mueller entgehen aufgrund gesundheitlicher Probleme dem Kriegsdienst und können sich künstlerisch weiter entwickeln. Graf bleibt seinem Freund Josef Alfons Wirth über den Tod hinaus verbunden und verwaltet dessen künstlerischen Nachlass.

 

Üecht-Gruppe und Avantgarde

 

Mueller und und Graf erleben die von revolutionären Ideen aufgeladene Atmosphäre nach dem Ersten Weltkrieg in Stuttgart. Sie gründen 1919 gemeinsam mit Oskar Schlemmer und Willi Baumeister die sogenannte Üecht-Gruppe. In ihrer ersten Ausstellung bringt die Künstlergruppe die internationale Avantgarde nach Stuttgart. Künstlerisch stehen sich Graf und Mueller in dieser Zeit sehr nah; gemeinsam ist ihnen eine religiös inspirierte Symbolsprache mit ganz eigener Ikonografie. In den 1920er Jahren rezipieren sie neusachliche Tendenzen und reisen gemeinsam nach Paris. Beide nehmen Lehrtätigkeiten in Stuttgart auf, Mueller an der Staatlichen Kunstgewerbeschule und Graf an der Kunstakademie. Der Nationalsozialismus bringt für beide Künstler erhebliche Einschränkungen mit sich. Gottfried Graf stirbt bereits 1938, Mueller überlebt ihn um 25 Jahre.

 

 

 

 
 

Veranstaltungsort

Schloss Meßkirch - Kreisgalerie

 

Veranstalter

Kreiskulturamt

 

Fehlt eine Veranstaltung? [Hier melden!]